Networking und Spirit bei Alstertal

 

Wir Trainer und Offiziellen kennen es schon – spätestens ab Weihnachten geht es wieder los.

 

Wer trainiert welche Mannschaft? Welche Jugendlichen steigen jahrgangsmäßig auf und in welchen Mannschaften spielen sie in der nächsten Saison? Die einen sind zu stark, die anderen vermeintlich nicht spielstark genug, der eine fühlt sich unter- oder überfordert der andere schätzt sich besser ein als die Trainer es tun. Die neuen Trainerinnen und Trainer werden auch erst einmal skeptisch betrachtet – man hat auch nicht nur Gutes über den einen oder anderen gehört. Es soll auch nicht immer der Gleiche sein, aber der oder die Neue ist dann auch nicht recht. So ist das mit Trainern - übrigens auch mit Lehrern, Politikern und Vorgesetzten. Ich schlage vor, sich immer erst einmal selbst ein Bild zu machen, den „Neuen“ mit Rat und Tat zu unterstützen und ihr oder ihm eine echte Chance zu geben. Ansonsten bleibt in meinen Augen wirklich nur, selber jemanden zu finden, der geeigneter ist oder aber sich selber in die Halle zu stellen um zu versuchen, es besser zu machen. Ich habe in den letzten Wochen viel auf der Tribüne und am Spielfeldrand gestanden und versucht gut zuzuhören, um die Sorgen und Nöte der Jugendlichen und vor allem die ihrer Eltern zu hören und zu verstehen.

 

Die Trainer sind nicht gut genug! Es gibt zu wenig Jugendliche, die leistungsorientiert Handball spielen! Die Leistungsunterschiede in den einzelnen Mannschaften sind zu groß! Und überhaupt sind die Schiedsrichter mal wieder schlecht! Ja, alles Probleme, die im Auge des Betrachters durchaus da sind, aber was kann man tun?

 

DER VEREIN MUSS MEHR TUN!

 

Okay, super Antwort – aber wer ist denn eigentlich der Verein? Ist das die Spartenleitung (also ich…?) oder doch der Hauptverein mit seinem Geschäftsführer? Sind es unsere Trainer? Oder besteht der Verein aus dem Tabellenführer 1.Damen, dem Clubheim oder der Kegelbahn?

 

Alles nur rhetorische Fragen, denn jeder von Euch weiß, wer der Verein wirklich ist – unsere Mitglieder.

 

Die Erwachsenen, Jugendlichen und Kinder, die bei uns Handball spielen, sich treffen, Gemeinschaftserlebnisse haben, Erfolge feiern und auch Niederlagen hinnehmen müssen. Leistungen bringen und daran gemessen werden, nicht in Schule oder Job, nicht immer so streng und immer mit Chancen sich einzubringen, sei es mit Leistungen im nächsten Spiel, beim Training in der eigenen Mannschaft oder aber auch als Helfer bei der Betreuung von Jugendmannschaften, als Schiedsrichter, Helfer beim Minispielfest oder Kampfrichter. Viele tun das und geben dem Verein das was ihn ausmacht – Neudeutsch: SPIRIT

 

Wir haben eine mA-Mannschaft, die im Tabellenkeller der Landesliga steht, immer vollzählig zum Spiel antritt und die 4 Jugendtrainer und 2 Schiedsrichter stellt (wovon einer sich neuerdings noch zusätzlich um die Webseite kümmert) – hier fällt das Training 1x im Monat aus, nämlich weil Trainersitzung ist, an der die Jungs teilnehmen, um Ihre Aufwandsentschädigung abzuholen (ein EUR-Betrag für 1-2x Training pro Woche plus Spielbetreuung am Wochenende, für den viele keinen Finger krumm machen würden) und um die Neuigkeiten und organisatorischen Änderungen mitzubekommen.

 

Wir haben eine wB-Mannschaft, die Hamburg-Schleswig/Holstein-Liga spielt, einen großen Trainingsaufwand betreibt und sehr beachtliche Ergebnisse erzielt. Diese Mädchen sind sehr oft in der Halle, aber zwei von ihnen stehen trotzdem jeden Donnerstag noch in der Halle als Helfer beim Minitraining.

 

Das sind nur Beispiele – auch in anderen Mannschaften gibt es viele Aktive, ohne die gar nichts funktionieren würde und die sind es, die am Ende des Tages zusammen mit den Mitgliedern unseren Verein ausmachen. Diese Jugendlichen bekommen vieles mit, was sie später gut gebrauchen können. Mein Vater hat bei meiner Hochzeit gesagt „Wir Eltern haben die Basis zur Verfügung gestellt, um unseren Mädchen einen guten Start ins Leben zu geben – den Rest hat der TuS Alstertal erledigt…“ (so hieß SCALA vor der Fusion mit Langenhorn) - Könnte stimmen. Ich glaube, es ist eine gute Übung für alle, Verantwortung zu übernehmen, in der Gemeinschaft tolerant, aber auch bestimmt seinen Weg zu gehen und damit andere für die Sache zu begeistern – das gilt übrigens nicht nur für Jugendliche.

 

Was brauchen wir also? Networking und Kommunikation – das kann man in jedem Seminar jetzt lernen. Das findet aber nicht nur beim Auswahltraining statt, sondern auch bei Turnieren und Minispielfesten, beim Schiedsrichterlehrgang, bei der Ausbildung zum Jugendgruppenleiter oder am Spielfeldrand einer Jungendmannschaft zwischen Trainern, Spielern und Zuschauern. Dort werden Kontakte geknüpft und Andere für unseren Verein begeistert – es funktioniert.

 

Also hören wir auf zu fragen, was der Verein für uns tun kann, sondern fragen wir uns, was wir für den Verein tun können – ein Kalenderspruch, der leider so aktuell ist wie eh und je.

 

Ich freue mich auf die neue Saison – ab Mai werden wieder alle in ihren Mannschaften trainieren. Es wird noch etwas ruckeln und wir werden auch nicht für alle eine optimale Lösung finden und sie glücklich und zufrieden machen können, aber wir sind auf einem guten Weg – alle sind eingeladen, sich einzubringen. Ich werde mich persönlich darum kümmern, eine geeignete Aufgabe für jeden zu finden, der helfen möchte (schreibt mir gern unter weiss.home@t-online.de) – es macht wirklich Spaß und verursacht nicht nur Stress, sondern auch tiefe Zufriedenheit. Bis dahin geben wir den Trainern und Mannschaften den bestmöglichen Support, den Nährboden auf dem man Großes erreichen kann, sportlich genau wie zwischenmenschlich und/oder sozialverantwortlich – Ihr habt es in der Hand, denn nicht wir, sondern Ihr macht ihn aus:

 

DEN HANDBALL-SPIRIT VOM SC Alstertal-Langenhorn.

 


 

Irene (Teil der Spartenleitung)

 

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